Bava Kamma 186

Kapitel 186

א מתני׳ <big><strong>הגוזל</strong></big> עצים ועשאן כלים צמר ועשאן בגדים משלם כשעת הגזלה
1 <b>W</b>ENN <small>JEMAND</small> H<small>OLZ GERAUBT UND DARAUS</small> G<small>ERÄTE GEMACHT HAT</small>, W<small>OLLE UND DARAUS</small> K<small>LEIDER GEFERTIGT HAT, SO HAT ER NACH</small> [<small>DEM</small> W<small>ERTE</small>] <small>BEIM</small> R<small>AUBEN ZU BEZAHLEN</small>.
ב גזל פרה מעוברת וילדה רחל טעונה וגזזה משלם דמי פרה העומדת לילד ודמי רחל העומדת ליגזז
2 W<small>ENN JEMAND EINE TRÄCHTIGE</small> K<small>UH GERAUBT UND SIE GEWORFEN HAT, EIN MIT</small> W<small>OLLE BELADENES</small> S<small>CHAF UND ES GESCHOREN HAT, SO HAT ER DEN</small> W<small>ERT EINER VOR DEM</small> W<small>ERFEN STEHENDEN</small> K<small>UH ODER EINES VOR DER</small> S<small>CHUR STEHENDEN</small> S<small>CHAFES ZU BEZAHLEN</small>.
ג גזל פרה ונתעברה אצלו וילדה רחל ונטענה אצלו וגזזה משלם כשעת הגזלה זה הכלל כל הגזלנים משלמין כשעת הגזלה:
3 W<small>ENN JEMAND EINE</small> K<small>UH GERAUBT HAT UND SIE BEI IHM TRÄCHTIG GEWORDEN IST UND GEWORFEN HAT, ODER EIN</small> S<small>CHAF UND ES BEI IHM</small> W<small>OLLE BEKOMMEN HAT UND ER ES GESCHOREN HAT, SO HAT ER NACH</small> [<small>DEM</small> W<small>ERTE</small>] <small>BEIM</small> R<small>AUBEN ZU BEZAHLEN</small>. D<small>IE</small> R<small>EGEL HIERBEI IST: ALLE</small> R<small>ÄUBER HABEN NACH</small> [<small>DEM</small> W<small>ERTE</small>] <small>BEIM</small> R<small>AUBEN ZU BEZAHLEN</small>.
ד <big><strong>גמ׳</strong></big> אמרי עצים ועשאן כלים אין שיפן לא צמר ועשאן בגדים אין ליבנן לא
4 GEMARA. Ich will dir sagen, nur wenn er aus dem Holze Geräte gefertigt hat, nicht aber, wenn er es nur behobelt hat, nur wenn er aus der Wolle Kleider gefertigt hat, nicht aber, wenn er sie nur gebleicht hat;
ה ורמינהי גזל עצים ושיפן אבנים וסיתתן צמר וליבנן פשתן ונקהו משלם כשעת הגזלה
5 ich will auf einen Widerspruch hinweisen: Wer Holz geraubt und es behobelt hat, Steine und sie behauen hat, Wolle und sie gebleicht hat, Flachs und ihn gereinigt hat, muß nach [dem Werte] beim Rauben bezahlen!?
ו אמר אביי תנא דידן קתני שינוי דרבנן דהדרא וכל שכן שינוי דאורייתא
6 Abajje erwiderte: Unser Autor spricht von einer rabbanitischen Änderung, die beseitigt werden kann, und um so mehr gilt dies von einer Änderung nach der Tora:
ז עצים ועשאן כלים בעצים משופין ומאי נינהו נסרים דשינוי דהדר לברייתא הוא דאי בעי משליף להו צמר ועשאן בגדים בצמר טווי דשינוי דהדר לברייתא הוא דאי בעי סתר ליה וכל שכן שינוי דאורייתא
7 Holz und daraus Geräte gefertigt, behobeltes Holz, nämlich Bretter, die, wenn man sie auseinander nimmt, die ursprüngliche Form erhalten; Wolle und daraus Kleider gefertigt, gesponnen, die, wenn man sie aufräuffeit, die ursprüngliche Form erhält. Und um so mehr gilt dies von einer Änderung nach der Tora.
ח ותנא ברא שינוי דאורייתא קתני ושינוי דרבנן לא קתני
8 Der Autor der Barajtha dagegen spricht nur von einer Änderung nach der Tora.
ט רב אשי אמר תנא דידן נמי שינוי דאורייתא קתני עצים ועשאן כלים בוכאני דהיינו שיפן צמר ועשאן בגדים נמטי דהיינו שינוי דלא הדר
9 R. Aši erklärte: Unser Autor spricht ebenfalls von einer Änderung nach der Tora: Holz und daraus Geräte gefertigt, nämlich Mörserkeulen, es also behobelt; Wolle und daraus Kleider gefertigt, nämlich Filzdecken; eine Änderung, die nicht aufgehoben werden kann. –
י וליבון מי הוי שינוי ורמינהי לא הספיק ליתנו לו עד שצבעו פטור לבנו ולא צבעו חייב
10 Gilt denn das Bleichen als Änderung, ich will auf einen Widerspruch hinweisen: Kam er nicht dazu, sie ihm zu geben, als bis er sie gefärbt hat, so ist er frei; hat er sie nur gebleicht und nicht gefärbt, so ist er dazu verpflichtet!?
יא אמר אביי לא קשיא הא רבי שמעון הא רבנן דתניא גזזו טוואו וארגו אין מצטרף לבנו רבי שמעון אומר אין מצטרף וחכמים אומרים מצטרף
11 Abajje erwiderte: Dies ist kein Einwand; eines nach R. Šimo͑n und eines nach den Rabbanan. Es wird nämlich gelehrt: Hat er [die Wolle] geschoren, gesponnen und gewebt, so werden sie nicht vereinigt, hat er sie nur gebleicht, so werden sie, wie R. Šimo͑n sagt, nicht vereinigt, und wie die Weisen sagen, wohl vereinigt.
יב רבא אמר הא והא רבי שמעון ולא קשיא הא דנפציה נפוצי הא דסרקיה סרוקי
12 Raba erklärte: Beides nach R. Šimo͑n, dennoch ist dies kein Widerspruch, denn eines gilt von dem Falle, wenn er sie zerzupft hat, und eines von dem Falle, wenn er sie gekämmt hat.
יג רבי חייא בר אבין אמר הא דחווריה חוורי הא דכבריה כברויי
13 R. Ḥija b. Abin erklärte: Eines gilt von dem Falle, wenn er sie nur gewaschen hat, und eines von dem Falle, wenn er sie ausgeschwefelt hat. –
יד השתא יש לומר צבע לרבי שמעון לא הוי שינוי ליבון הוי שינוי דתניא גזז ראשון ראשון וצבעו ראשון ראשון וטוואו ראשון ראשון וארגו אין מצטרף רבי שמעון בן יהודה אומר משום ר' שמעון צבעו מצטרף
14 Wenn nach R. Šimo͑n nicht einmal das Färben als Änderung gilt, wie sollte das Bleichen als Änderung gelten!? Es wird nämlich gelehrt: Wenn er sie einzeln geschoren und [die Wolle] gefärbt, einzeln [geschoren und die Wolle] gesponnen, einzeln [geschoren und die Wolle] gewebt hat, so werden sie nicht vereinigte R. Šimo͑n b. Jehuda sagt im Namen R. Šimo͑ns, wenn gefärbt, werden sie wohl vereinigt!?
טו אמר אביי לא קשיא הא רבנן אליבא דר"ש הא ר"ש בן יהודה אליבא דר"ש
15 Abajje erwiderte: Das ist kein Einwand; eines nach den Rabbanan nach der Ansicht R. Šimo͑ns, und eines nach R. Šimo͑n b. Jehuda nach der Ansicht R. Šimo͑ns.
טז רבא אמר לעולם לא פליגי רבנן עליה דרבי שמעון בן יהודה ושאני צבע הואיל ויכול להעבירו ע"י צפון וכי קתני התם לא הספיק ליתנו לו עד שצבעו פטור ואוקימנא כדברי הכל בקלא אילן דלא עבר
16 Raba erklärte: Tatsächlich streiten die Rabbanan nicht gegen R. Šimo͑n b. Jehuda, denn anders verhält es sich beim Färben, da man die Farbe durch Natron entfernen kann; jene Lehre aber, welche lehrt, wenn er nicht dazu kam, sie ihm zu geben, als bis er sie gefärbt hat, er frei sei, die wir nach aller Ansicht erklärt haben, spricht von dem Falle, wenn er sie mit Purpurimitation gefärbt hat, die nicht entfernt werden kann.
יז אמר אביי ר' שמעון בן יהודה ובית שמאי ור' אליעזר בן יעקב ור"ש בן אלעזר ורבי ישמעאל כולהו סבירא להו שינוי במקומו עומד רבי שמעון בן יהודה הא דאמרן
17 Abajje sagte: R. Šimo͑n b. Jehuda, die Schule Šammajs, R. Elie͑zer b. Ja͑qob, R. Šimo͑n b. Elea͑zar und R. Jišma͑él sind alle der Ansicht, daß das Umgeänderte im bisherigen Besitze verbleibe. R. Šimo͑n b. Jehuda lehrte das, was wir eben gesagt haben.
יח ב"ש מאי היא דתני' נתן לה חטין באתננה ועשאן סולת זיתים ועשאן שמן ענבים ועשאן יין תני חדא אסור ותניא אידך מותר ואמר רב יוסף תני גוריון
18 Die Schule Šammajs lehrte folgendes: Wenn jemand [einer Hure] Weizen als Lohn gegeben und sie daraus Mehl, Oliven und sie daraus Öl, oder Trauben und sie daraus Wein gemacht hat, so sind sie, wie das Eine lehrt, verboten, und wie das Andere lehrt, erlaubt. Hierzu sagte R. Joseph, Gorjon